Hatte die letzten 3 Wochen midterm exams und ne Menge für die Uni zu tun. Da ich aber schon länger als 3 Wochen nichts mehr geschrieben habe muß ich mir eine bessere Ausrede ausdenken. Wie wäre es mit keine Lust? ;) Je länger man einen Blog unberücksichtigt lässt, je mehr muß man nachholen und schreiben und so geringer die Lust was zu schreiben. Ich hab z.B. so viele Bilder für den Blog gemacht bzw. bei denen ich mir gesagt habe, dass ich die online stellen will, dass ich wahrscheinlich hier 35 Bilder in dem Posting verwursten könnte. Fangen wir erstmal an:
Man kann wohl sagen, dass ich mich langsam eingewöhnt habe. Man gewöhnt sich an das Chlorwässer, man behält beim Einkaufen im Hinterkopf, dass auf die Preise noch die VAT (value added tax = Mehrwertsteuer) auf die ausgezeichneten Preise draufgeschlagen wird und man hat auch keine Ansprüche an Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit oder Fleiß in der Uni. Die Komilitonen sind hier ziemlich "bequem". Naja... wenn ich 20 Stunden die Woche nebenbei arbeiten müßte um mir mein Studium finanzieren zu können hätte ich auf Selbiges sicher auch nicht so viel Lust. Aber wir sind ja hier in einem freien Land. Denkste... hab gerade vor kurzem gehört, dass hier einige Preis (z.B. Milchprodukte) staatlich festgelegt werden und das auch nicht gerade auf einem niedrigen Preis meiner Meinung nach. Im post-kalten Krieg stört ein wenig Planwirtschaft aber hier keinen.
Genug zum Wie, jetzt kommen wir zum Was!
Was hab ich hier erlebt. Kurz gesprochen komme ich mir hier vor, wie auf einer Erlebnistour, die 4 Monate andauert. Dies Land hat so viel zu bieten, dass man garnicht aufhören kann alles in sich aufzusaugen. So langsam etwas über einem Monat vor meiner Rückkehr nach Deutschland fühlt man sich ganz schön saturiert. Während man am ersten Tag noch die Wälder auf dem Weg vom Flughafen in die Stadt als "awesome" bezeichnet hat ist das jetzt fast Normalität geworden. Nichts desto Trotz ist man immer wieder fasziniert von der Landschaft, der Mentalität oder den Essgewohnheiten.
Kommen wir erstmal zur Landschaft. Im Norden von der Provinz(-Insel) Nova Scotia auf der ich mich ja befinde ist der unglaublich schöne Cape Breton Nationalpark. Nicht umsonst ist er einer der schönsten Nationalparks Nordamerikas. Die Landschaft erinnert an Schottische Highlands. Das ganze direkt am Meer. Ein paar Bilder hier um meine Worte zu untermalen:




Im Süden waren wir in einem Nationalpark in dem wir Kajak gefahren sind und die Landschaft erkundet haben. Lanschaftlich erinnert das dort sehr stark an die Seenplatte in Schweden. Ein paar Urlaubsimpressionen aus meiner Kindheit kamen auch wieder hoch. Bilder hab ich davon auch aber die werden gerne um die Weihnachtszeit in einer persönlichen Slideshow gezeigt. Ebenso im Süden waren wir Anfang September Whale Watching. Sehr geil. Wir waren mit 5 Mann auf einem kleinen Schlauchboot unterwegs und haben die Wale hautnah erleben können. Richtig geil! Viele Wale gesehen und Action mit dem Boot gabs auch :)
Hier ein paar Bilder:



Ein paar kleinere Touren hier um die Landschaft und das Land zu erkunden hab ich seitdem auch unternommen. Es wäre aber ein zu langer Post hier wirklich alles zu erwähnen.
Ich schwenke lieber über zu der Mentalität der Kanadier. Über einige negativen Aspekte habe ich ja schon referiert. Allerdings kann ich sagen, dass die Einstellung zu Arbeit im generellen hier ganz anders ist. Auch in den USA war das so. Hier stöhnt keiner rum, dass er viel arbeiten muß oder gestresst ist. Hier nimmt man es einfach so hin. Hier ist es auch ganz normal, dass die Geschäfte jeden Tag auf haben und das du auch bis in die Puppen einkaufen kannst.
Was ich persönlich sehr bewundernswert finde ist die Einstellung der Amerikaner und Kanadier zu den älteren Teilen der Gesellschaft. Nicht nur, dass ich das Gefühl habe, dass die Alten sich selber nicht so ausgrenzen, wie in Deutschland sondern sie werden auch viel mehr integriert. Generell kann man sagen, dass der Respekt vor dem Alter hier subjektiv von mir wahrgenommen größer ist. Viele alte Leute arbeiten noch in Wachdiensten oder sind Kassierer oder arbeiten in Jobs in denen in Deutschland schon längst ne junge belastungsfähige Arbeitskraft eingestellt worden wäre. (es sei mal dahingestellt, dass sie es nicht machen MÜSSEN um zu überleben)
Auch gefällt mir neben der Offenheit und lockeren Art der Kanadier auch der Respekt gegenüber den Mitmenschen. Kanada ist wirklich ein Flickenteppich an Nationen. Ich glaub ich studier hier mit mehr Nationen zusammen als ich kenne. Trotz dieser vielen Nationen wird hier ein Miteinander auf hohem Niveau gelebt. Es fängt bei Kleinigkeiten an, dass man IMMER die Tür aufgehalten bekommt, dass man sich hier auch generell entschuldigt, wenn man dem anderen z.B. den Weg versperrt oder beim Laufen dem anderen ausversehen den Weg schneidet. Weiter geht es mit Sachen, dass man häufig , wenn es um cent-Beträge an der Kasse geht weniger bezahlen muß und es stattdessen aus der Kaffeekasse genommen wird. Dafür gibt man auch manchmal ein wenig mehr. Sehr angenehm. So hat man nicht immer soviel Kleingeld. Ich glaub in Deutschland ist das erste was mir passiert, dass ich überfahren werde, denn hier hat der Fußgänger immer vorfahrt. Jedes Auto hällt an bzw. muß anhalten, wenn du auch nur über die Straße willst. Das macht den Straßenverkehr zwar nicht schneller aber entspannter. Auf doppelspurigen Straßen oder Straßen, die nicht unbedingt in der Stadt sind zählt das nicht aber nur die Sache, dass es manchmal so ist erstaunt mich.
Ich hätte bestimmt noch so einige Geschichten, die ich zum Besten geben könnte aber ich will mein letztes Thema auch noch anreißen: Essen. (Außerdem will ich mir ja nicht alle Geschichten nehmen, die ich evtl nochmal erzählen könnte)
Essen ist wie in Amerika hier so eine Sache. Fettig und Fleisch muß es schon sein. Verwunderlich ist für mich häufig, dass in den Fastfoodketten auch alte Menschen gerne und häufig einkehren. Was will man erwarten von dem Mutterland des Fastfoods. ;) In Sachen Esskultur haben die aber einiges noch zu "lernen". Ich wollte erst noch einen eigenen Post machen in dem es nur ums Essen geht (mit dem Namen "Du bist was du (fr-)isst"), da man hier garnicht genug über die Underschiede schreiben könnte aber ich werde euch nur die Unterschiede an einem einfachen Beispien verdeutlichen: Der Mac Donalds Speisekarte.
Ein Bild von der Speisekarte hab ich in Bildform mit meinem Handy aufgenommen:

Man achte darauf, dass es keinen Quaterpounder mehr gibt, sondern nur noch den Double-Quaterpounder und das es im Menu den DOUBLE-Big Mac gibt anstatt dem Big Mac. Unglaublich riesiges Gerät! Sowas wie die 1 € Burger gibt es hier auch. Für ca 1,20 € bekommt man hier einen Double-Cheeseburger. Inzwischen weiß ich auch was Gurken heißt und kann sie ohne Selbigen bestellen ;)
Der Trend geht hier aber eindeutig zu mehr Fleisch. 3 Lagen Fleisch ohne Grünzeug dafür mit sehr viel Bacon sind hier sehr beliebt. Meine lieblings-Fastfood-Ketten sind hier A&W an erster Stelle und Wendy's. Wenn die in Deutschland aufmachen würden wäre ich Stammkunde. Bei A&W gibt es zusätzlich noch das Weltberühmte Root-Beer. Nicht ganz mein Fall aber geht weg wie warme Semmeln. Ein andere lokale Spezialität, die man bei Mac Donalds noch erwerben kann ist hier auf dem Foto zu sehen:

Hier ist der Lobster fast günstiger als Hühnchenfleisch. Ein paar Jungs aus meinem Wohnheim haben sich jeweils ein Lobster gekauft haben über den Flur ein Hummer-Rennen veranstaltet und die danach gekocht. No comment! Aber daran sieht man, dass das wirklich hier nix außergewöhnliches ist.
Hier werden heute Nacht (eine Woche später als bei euch) die Uhren umgestellt also hab ich noch ein wenig mehr Zeit den angebrochenen Abend zu nutzen. Ich werd mir jetzt mein Fanta-Ersatz (Mountain Dew) in einer pfandfreien Dose (Das Pfandsystem hier wär einen eigenen Posting wert) holen und noch ein wenig die frische Luft genießen. Bin noch total fertig, denn ich komme gerade von Paintball spielen im Wald. War auch sehr geil. Ein anderes mal mehr. Ich hab durst ;)
Ich gelobe Besserung und werde ab jetzt, da ich vieles aufgeholt habe mit diesem Post lieber mehr und kleiner Postings schreiben.